Kreuzfahrt westliches Mittelmeer, Tag 6, Monaco

Wieder wache ich ohne Wecker auf, diesmal ist es kurz nach 6 Uhr. Viel zu früh! Aber was will man machen…
Wenn ich schon mal wach bin, dann kann ich auch nachsehen, ob sich die Mein Schiff 2 schon Cannes nähert.

Als ich den Balkon betrete und in Richtung Küste blicke, verschlägt es mir fast den Atem. Ich gehe sofort zurück in die Kabine, hole meine Kamera und lichte einen sehr eindrucksvollen, um nicht zu sagen, sensationellen Sonnenaufgang ab.

Sonnenaufgang über Cannes

Leider sollte es an diesem Tag die einzige Zeit bleiben, an der wir die Sonne bewundern durften. Kurz nachdem die Sonne aufgegangen war, zog vom Meer her eine Schlechtwetterfront heran und es begann zu regnen – nein zu schütten! Und es hörte nicht mehr auf. Erst am Abend stoppte der Regen und das Wetter bessert sich.

Für den heutigen Tag haben wir wieder einen von TUI Cruises organisierten Ausflug nach Monaco gebucht. Um 8:15 Uhr holten wir unsere Tenderkarten ab. Darauf ist ein Ländername aufgedruckt und sobald das Land aufgerufen wird, soll man sich zum Ausgang begeben um ein Tenderboot zu besteigen. So soll vermieden werden, dass alle gleichzeitig von Bord wollen und sich ewig lange Schlangen an den Tenderbooten bilden.
Da Cannes keine Anlegemöglichkeit für Kreuzfahrtschiffe hat, ist man gezwungen mit kleinen Booten vom Schiff an Land überzusetzen. Als Norwegen aufgerufen wurde, machten wir uns auf den Weg. Die Überfahrt war ein wenig wackelig, denn mittlerweile hat es stark zu regnen begonnen. Obwohl: Wolkenbruch würde es besser beschreiben. Nach dem Anlegen an Land und zurücklegen der 50 Meter zum Bus war meine Hose schon klitschnass.

Der Regen sollte heute unser ständiger Begleiter bleiben

Die ersten Kilometer legten wir auf der Autobahn zurück, bei Nizza verließen wir sie jedoch und fuhren auf der Promenade in Richtung Monaco. Dabei kamen wir durch so bekannte Küstenorte wie Villefranche-sur-Mer, Eze und Cap Ferrat ehe wir unser Ziel Monaco nach knapp 2 Stunden erreichten. Da waren wir auch wieder trocken.

Die Staatsgrenze zwischen Frankreich und Monaco verläuft fließend, ähnlich wie die Stadtgrenze zwischen Nürnberg und Fürth. Mitten auf einem Kreisverkehr steht zum Beispiel ein großer Stein, der die Grenze zwischen den beiden Staaten bildet.

Unser Bus steuerte eines der zahlreichen unterirdischen Parkhäuser in Monaco an. Es ist so groß, dass dutzende Busse in ihm Platz finden. Das Parkhaus ist in den Felsen hineingebaut, man nimmt einige Rolltreppen und einen Fahrstuhl und schon steht man vor dem Ozeanographischen Museum.

Ozeanographisches Museum

Von dort liefen wir erst zur Kathedrale, in dem die verstorbenen Fürsten und auch Gracia Patricia bestattet sind, und anschließend zum Fürstenpalast.

Kathedrale
Innenraum der Kathedrale
Grab von Fürstin Gracia Patricia
Grab des Fürsten Rainier

Viel gab es für uns am Fürstenpalast nicht zu sehen, im Regen findet auch keine Wachablösung der Leibgarde statt.

Dafür öffneten sich plötzlich die Tore des Palastes und zwei Fahrzeuge begleitet von einer Polizeistaffel fuhren heraus. War das eventuell Fürst Albert? Leider sahen wir es nicht genau, aber wenn man uns fragt, behaupten wir einfach es war der Fürst.

Da wir nun 2 Stunden zur freien Verfügung hatten, liefen wir den Fürstenhügel hinab in Richtung Hafen. Seit mehr als 40 Jahre ist für mich eines der Highlights im Formel 1-Kalender der Große Preis von Monaco. Viele Stunden habe ich die Übertragungen der Rennen verfolgt und ich kann behaupten, dass ich fast keine andere Rennstrecke besser kenne. Darum war es für mich interessant, einige der Streckenabschnitte endlich einmal in Natura zu sehen.

Die Rascasse Haarnadelkurve, die Start- und Zielgerade und die Einfahrt in die Boxengasse und auch die Start- und Zielgerade werden die Fachkundigen wiedererkennen.

Rascasse
Start- und Zielgerade, rechts die Boxengasse
Einfahrt auf die Start- und Zielgerade
Denkmal zu Ehren von Juan Manuel Fangio

Da wir noch etwas Zeit hatten, entschlossen wir uns dem Ozeanographischen Museum einen Besuch abzustatten. Mit seinen zahlreichen Becken und den vielen verschieden enMeerestieren ist das Aquarium sein Eintrittsgeld wert.

Vor allem die beiden Becken mit den Quallen haben wir so noch nie gesehen. Wir waren sehr fasziniert!

Hunderte Quallen schwammen immer im Kreis
Auch eine Schildkröten-Auffangstation gibt es
Findet Nemo!

Nachdem wir wieder den Bus bestiegen, fuhren wir in den Stadtteil Monte Carlo. Der Weg dahin führte uns über die Start- und Zielgerade, an Saint Devote vorbei und zur Ausfahrt des Tunnels.

Dort verließen wir den Bus erneut, fuhren mit einem Aufzug im Berg hinauf und stiegen direkt am Hotel de Paris wieder aus.

Nach ein paar Erklärungen zum Casino und dem Platz davor hatten wir wieder eineinhalb Stunden zur freien Verfügung.

Der Regen hatte nun wieder an Intensität zugelegt, unsere Schirme waren den Wassermassen kaum gewachsen. Aber wir machten das Beste daraus und liefen erst einmal zur Haarnadelkurve vor dem Fairmont Hotel (ehemals Loews). Diesen Teil der Formel 1 Strecke hat sicherlich schon fast jeder einmal gesehen.

Ist in Monaco schon nicht wenig Verkehr, so scheint rund um das Casino noch einmal mehr los zu sein. Oder lag es an dem schlechten Wetter?

Die Dichte an Luxuskarossen scheint in Monaco noch einmal höher zu sein als in Dubai. Ständig sieht man Ferrari, Porsche, Lamborghini, McLaren, Maybach und andere hochpreisige Fahrzeuge. Ebenso reihte sich im Hafen eine Yacht an die andere.

Wir ließen es uns natürlich nicht entgehen in eine kleine Mall zu gehen um zu schauen, was es dort so gibt und vor allem, wer dort einkauft. Beides überraschte uns nicht. Läden für Kinderbekleidung von Gucci und Givencchi ebenso wie Geschäfte mit edlem Schuhwerk waren zu finden.

Aber auch das Publikum war besonders. Wir erblickten mehren Damen, deren wahres Alter man unmöglich mehr schätzen konnte, so war deren Gesicht von Operationen verunstaltet.

Durchnässt machten wir uns dann gegen 16 Uhr wieder auf den Rückweg nach Cannes. Müde und erschlagen von den vielen Eindrücken schlief der halbe Bus schon nach wenigen Minuten ein. Die Reiseführerin tat uns den Gefallen und hielt ihren Mund, so dass wir uns ein wenig erholen konnten.

Der Regen und Wind ließen nun ein wenig nach, trotzdem war die Überfahrt mit dem Tenderboot und das Übersetzen auf die Mein Schiff 2 eine sehr wackelige Angelegenheit.

Es sieht so leicht aus, aber bei hohen Wellen kein Spaß!

Pünktlich zur Abfahrt hörte der Regen auf. So konnten wir noch einen trockenen Blick auf Cannes und die dicht bebauten Hänge der Côte d’Azur erhaschen.

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