Via Claudia Augusta, Tag 8 – Ende – oder doch nicht?

In der Nacht zogen zahlreiche Gewitter über Schongau hinweg und auch am Morgen regnete es noch leicht. Trotzdem fuhren wir los, denn das Tagesziel war Donauwörth, dem offiziellen Endpunkt (oder Startpunkt, je nachdem in welche Richtung man fährt) der Via Claudia Augusta. Und Donauwörth ist von Schongau 125 Kilometer entfernt.

Aber schon nach 20 Kilometern waren wir gezwungen, zum ersten Mal auf dieser Radreise, unsere Regensachen anzuziehen, denn es begann zu regnen . Nein, es fing an zu schütten!
Und dies sollte die nächsten zwei Stunden so weitergehen.
Wir fuhren aber unverdrossen weiter, irgendwie machte es ja auch Spaß im strömenden Regen radzufahren – zumindest ein wenig.

So einem lang anhaltenden Regen waren wir und unsere Regenkleidung auf dem Rad noch nie ausgesetzt. Leider muss man sagen, dass die Regenjacken den Test nicht unbedingt bestanden haben. An einigen Stellen hielten sie nicht dicht. Eventuell müssen wir da nachbessern.
Hat ein Leser einen Tipp für eine leichte und platzsparende Regenjacke?

Nachdem wir bisher auf dieser Radreise immer Temperaturen von über 30°C hatten, war es ganz angenehm einmal nicht zu schwitzen. Aber mussten es „nur“ 18°C sein? Ein wenig froren wir schon…

Was wir vom Regenwetter hielten ist deutlich zu sehen

Aber nach Regen kommt Sonne und so war es auch. Das Schlechtwetterband zog weiter und rasch hörte es auf zu regnen und die Sonne kam wieder heraus.

In Oberottmarshausen, nach etwa 60 Kilometern, war es Zeit für eine Pause. Während wir uns verpflegten und die nasse Kleidung trockneten, wurden die Akkus der E-Bikes mit frischen Strom versorgt.

Laden der Akkus und Trocknen der nassen Kleidung

Auf dem Weg nach Donauwörth durchquerten wir Augsburg und wenn man schon einmal da ist, dann kann man sich auch die Fuggerei ansehen. „Die Fuggerei in Augsburg ist eine der ältesten bestehenden Sozialsiedlungen der Welt. Die Reihenhaussiedlung stiftete Jakob Fugger „der Reiche“ im Jahr 1521. Heute wohnen in den 140 Wohnungen der 67 Häuser 150 bedürftige katholische Augsburger Bürger für eine Jahres(kalt)miete von 0,88 Euro. Sie sprechen dafür täglich einmal ein Vaterunser, ein Glaubensbekenntnis und ein Ave Maria für den Stifter und die Stifterfamilie Fugger. Bis heute wird die Sozialsiedlung aus dem Stiftungsvermögen Jakob Fuggers unterhalten.“ (Quelle Wikipedia).

Fuggerei in Augsburg
Fuggerei in Augsburg

Fahrten durch größere Städte empfinde ich meistens als Qual. Ständig muss man an Ampeln anhalten oder auf andere Verkehrsteilnehmer achten. Dies ging uns am nächsten Tag in Nürnberg genauso. Darum versuche ich möglichst schnell wieder aus den Städten herauszukommen und die Aufenthaltszeit so kurz wie nötig zu halten. Auch auf die Gefahr hin, von den Sehenswürdigkeiten nicht viel mitzubekommen.
Die Außenbezirke von Großstädten muss man meist ja auch passieren. Im Süden und Norden und durch Augsburg fuhren wir auf wenig reizvollen Radwegen entlang, die parallel von Hauptverkehrsstraßen verliefen. Insgesamt zog es sich so fast 40 Kilometer hin.

Uns war schon bewusst, dass die landschaftlich schönen Etappen hinter uns lagen. Aber zur Kür gehört auch die Pflicht. Uns blieb nichts anderes übrig als „Kilometer zu machen“ um Donauwörth zu erreichen.

Kirche in Mertingen

Die Etappe von Schongau nach Donauwörth war mit 125 Kilometer und 6:24 Stunden reiner Fahrzeit die längste auf unserer Radreise. Die letzten 40 Kilometer hatten wir mit heftigem Gegenwind zu kämpfen, der das Fortkommen nicht einfacher machte. Umso froher waren wir, als das Hotel im Ried in Donauwörth erreicht war und wir die Via Claudia Augusta offiziell in der ganzen Länge geschafft hatten.

Hotel im Ried in Donauwörth

Damit sollte unsere Radreise ja noch nicht beendet sein, wir hatten vor bis nach Hause zu fahren. Und das würde noch einmal zwei weitere Tage auf dem Rad bedeuten.

Das Hotel war das einzige auf der ganzen Reise mit Fliegengittern an den Fenstern. Dies mag nur ein kleines Detail sein, bedeutete aber, dass wir die Fenster nachts offenlassen konnten, ohne das uns lästige Mücken um den Schlaf brachten.

Den genauen Streckenverlauf kann man in meinem Komoot-Profil sehen:
https://www.komoot.de/collection/1701339/-via-claudia-augusta

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.