Kreuzfahrt westliches Mittelmeer, Tag 4, Rom

Nach einer durchaus bewegten Nacht (der Wind und die Wellen ließen die Mein Schiff 2 ziemlich schaukeln) kamen wir auch wieder kurz vor Sonnenaufgang in Civitavecchia an. Irgendwie scheint meine innere Uhr zu ahnen, wann wir uns einem Hafen nähern, denn ich wache fast immer pünktlich von alleine auf.

So konnte ich auch wieder beobachten wie unser riesiges Bötchen rückwärts in den Hafen fuhr und an der kilometerlangen Pier festmachte. Vor uns lagen schon zwei andere Kreuzfahrtschiffe und kurz hinter uns lief auch noch die MSC Divina ein.

Civitavecchia ist schon in Sicht
Der Kapitän dreht das Schiff
Die MSC Divina läuft ebenfalls rückwärts in den Hafen ein

Civitavecchia ist der Kreuzfahrthafen von Rom, von der Hauptstadt Italiens allerdings 60 Kilometer entfernt. Das bedeutet, man muss irgendwie nach Rom kommen. Bekanntlich führen ja alle Wege nach Rom, unserer führte mit einem Bus auf der Autostrada entlang.

Wir haben uns für den von TUI organisierten Landausflug „mit dem E-Bike durch Rom“ entschieden. Treffpunkt war schon um 7:45 Uhr an Bord für die Radler. Nach der Ausgabe der Helme (verpflichtend) und Rucksäcke (freiwillig) gingen wir gemeinsam vom Schiff zu einem Bus, der uns nach Rom brachte.

Nach knapp 1,5 Stunden Fahrt (und einem Pinkelstopp an einer Raststätte) erreichten wir den Ausgangspunkt unserer Radtour in der Nähe der Carancalla Thermen. Das Ausladen der etwa 50 Räder aus einem Lastwagen erfolgte rasch und nach dem Aufteilen der Gruppen ging es los.

An Bord der Mein Schiff 2 sind 114 Fahrräder mit und ohne elektrischer Unterstützung.

Dies ist nur ein Teil der Fahrräder die an Bord sind

Man kann es sich denken, dass das Ausladen und der Transport der Räder einen immensen Aufwand bedeutet. Vor allem, wenn die Touren nicht direkt vom Schiff aus starten, sondern wenn es wie heute in Rom beginnt. So richtig schwierig wird es, wenn das Schiff nicht in einem Hafen anlegt, sondern getendert wird. Dann müssen die Räder für die Ausflüge alle per Beiboot an Land geschafft werden.

Jeder Zentimeter Stauraum wird ausgenutzt

Der erste Halt erfolgte am Circus Maximum, der antiken Arena, in der zum Beispiel Wagenrennen vor bis zu 200.000 Zuschauern stattfanden. Nach dem Anstieg zum Kapitolshügel, einem der sieben Hügel Rom (von dem wir einen Blick auf das Forum Romanum hatten), und dem Rathaus und Standesamt Roms fuhren wir erstmal über den Tiber durch das Viertel Trasverene.

Circus Maximus
Unser Guide Gian-Carlo
Blick in das Forum Romanum vom Kapitolshügel aus
Reiterstatue von Kaiser Marc Aurel
Reiterstatue von Kaiser Marc Aurel
Unsere Gruppe
Am Sonntag wird in Rom gerne geheiratet
Der Tiber

Die Steigungen des Hügels hinauf zum Denkmal von Garibaldi meistern wir dank der Bosch E-Bikes ohne Probleme. Oben wird jeden Tag pünktlich um 12:00 Uhr eine Kanone abgefeuert um den Römern die exakte Uhrzeit mitzuteilen.

Reiterstatue von Garibaldi

Nach einer rasanten Abfahrt war der Petersplatz unsere nächste Station. Es war ja Sonntag und der Papst Franziskus hält normalerweise immer um 12:00 Uhr das Angelus-Gebet ab. Aber nicht heute, denn er war in Südostafrika. So mussten wir auf den päpstlichen Segen verzichten. Außerdem sind wir ja evangelisch, aber gesehen hätten wir den Papst schon gerne.

Nach der Engelsburg, der Piazza Navone, dem Pantheon und dem Passieren zahlreichen Luxusläden in der Nähe der Spanischen Treppen fuhren wir hoch zur Villa Borghese. Dort steht nicht nur eine Villa, sondern es gehört auch ein weitläufiger englischer Park zum Gelände. Es tummelten sich viele italienische Familien dort, die sich Fahrräder mieteten oder auf einem kleinen See eine Bootsfahrt unternahmen. Auch hat man von dort oben einen weitläufigen Blick auf Rom.

Engelsburg
Engelsburg
Der Tiber bei der Engelsburg
Kurze Pause vor der Engelsburg
Piazza Navona – für mich einer der schönsten Plätze weltweit
Piazza Navona
Piazza Navona – Vierströmebrunnen: Donau, Ganges, Nil und Rio de la Plata
Piazza Navona – Neptunbrunnen

Im Vorfeld der Kreuzfahrt freute ich mich besonders auf das Pantheon.
Leider begehrte eine endlos lange Schlange von Menschen Einlass in das fast 2000 Jahre Bauwerk. Unser Zeitplan ließ leider ein längeres Anstehen nicht zu, so dass wir das Pantheon nur von außen betrachteten- schade!

Der Platz vor dem Pantheon
Pantheon
Spanische Treppe
Luxusläden vor der Spanischen Treppe
Villa Borghese
Blick auf Rom von der Villa Borghese
Blick auf Rom von der Villa Borghese

Am Fontana di Trevi war wie immer am meisten los. Die Menschenmassen standen dort dicht gedrängt und nicht wenige warfen Münzen über ihre Schulter in den Brunnen. Man muss schon sagen, dass der Brunnen sehr schön ist, wenn nicht die vielen Menschen wären.

Gedränge vor Fontana di Trevi
Fontana di Trevi

Über das Nationaldenkmal zu Ehren des Königs Emanuele (erbaut 1911 und damit wohl eines der neueren Sehenswürdigkeiten Roms) ging es zum Colosseum, welches erhaben und mächtig die letzte von uns vorbeiradelnde Attraktion war.

Nationaldenkmal zu Ehren des Königs Emanuele

Über eines der letzten erhaltenen Originalpflaster ging es nun zurück zum Ausgangspunkt.

Nach dem Aufladen der Fahrräder in den Lastwagen saßen wir Radler erschöpft, müde und verschwitzt im Bus, der uns zurück nach Civitavecchia und damit zum Schiff brachte. Weniger die 22 zurückgelegten Kilometer waren so anstrengend, sondern die Hitze, der römische Verkehr, die vielen Eindrücke und die zahlreichen Touristen, die unsere volle Aufmerksamkeit erforderten, zehrten an den Kräften.

Kleine Erfrischung vor dem Schiff

Aber glücklich und zufrieden erreichten wir dann das Schiff und freuten uns auf eine Dusche.

Der Wind und damit auch die Wellen waren am Nachmittag stärker und höher geworden und der Wind erreichte eine Stärke von 40 Knoten. Dies war knapp unterhalb der Grenze, an dem unser Schiff nicht mehr hätte auslaufen können.
Die Mein Schiff 2 hat eine Seitenfläche von insgesamt etwa 12.000 m², die wie ein riesiges Segel wirkt. Ist der Seitenwind zu stark, dann besteht die Gefahr, dass die Seitenstrahlruder das Schiff nicht mehr auf Kurs halten können.
Die Wellen peitschten sich so auf, dass sie sogar über die Kaimauer im Hafen von Civitavecchia schlugen.

Der Landausflug ist sehr zu empfehlen, man sieht die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Roms, bekommt einiges vom Reiseführer erklärt und lernt die ewige Stadt auf eine etwas andere Art kennen.
Nachteil ist, dass man an den einzelnen Punkten, mit Ausnahme der einstündigen Mittagspause an der Piazza Navone, wenig Zeit hat um sich genauer umzusehen oder die Eindrücke wirken zu lassen.

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