Kreuzfahrt westliches Mittelmeer, Tag 10, Ibiza und Formentera

Für unseren letzten Tag auf dieser Kreuzfahrt haben wir den von TUI Cruises organisierten Landausflug „Ein kleines Paradies im Mittelmeer“ gebucht. Ziel soll die südlich von Ibiza gelegene Insel Formentera sein.

Ibiza wird gerne als die Insel der Schönen und Reichen bezeichnet. Getroffen haben wir keine, aber im Hafen liegen schon einige nette Boote, die darauf schließen lassen, dass deren Besitzer nicht arm sind.

Nach der Ankunft in Ibiza und einem ausführlichen Frühstück ging es mit einem Bus vom Schiff in Richtung Hafen. Dort bestieg unsere Gruppe eine Fähre nach Formentera, die auch Fahrzeuge transportieren kann.

Formentera war in den 1960er und 1970er Jahren bei Hippies sehr beliebt, die damals von Ibiza herüberkamen. Formentera wird unter anderem mit Pink Floyd und Bob Dylan in Verbindung gebracht. Chris Rea lebte ebenfalls dort, und das Musikvideo zu seinem Titel „On the Beach“ wurde hier gedreht. 

Viel Platz für Fahrzeuge
Die rote Dose in der Hand des Mannes auf der rechten Seite ist keine Cola, sondern ein Bier. Eventuell hätte ich morgens um 10 Uhr auch ein Bier trinken sollen um so die wilde Fahrt nach Formentera besser zu verkraften.

Nachdem die Fahrt in der Nacht von Barcelona nach Formentera schon ein wenig rauh war, schwante mir Böses. Sobald wir den schützenden Hafen Ibizas verließen, traf uns die volle Wucht des Windes und der Wellen. Die relative kleine Fähre wurde ein Spielball der Natur und die Wellen machten mit uns, was sie wollten. Es war ein wilder Ritt! Man kam sich vor wie in einer Achterbahn.

Nach 45 Minuten erreichten wir dann zum Glück den Hafen La Savina, bestiegen einen Bus der uns erst einmal nach San Frances de Formentera, der Hauptstadt der lediglich 19 Kilometer langen Insel fuhr.
Dort besichtigten wir den Ortskern, in dem sich eine kleine Einkaufsstraße befindet.

Nach kurzem Aufenthalt in diesem beschaulichen Örtchen ging die Inselrundfahrt weiter und führte uns ganz in den Süden Formenteras nach Far de la Mola. Der Leuchtturm aus der Mitte des 19. Jahrhunderts thront 192 Meter hoch über dem Meer und die Steilküste beschließt den wilden Teil Formenteras.

Blick nach Norden über den flachen Teil Formenteras
Leuchturm Far de la Mola
Steilküste beim Leuchtturm

Leider hingen die Wolken tief und nur ab und zu schaffte es die Sonne durchzuscheinen. Das hielt uns aber nicht davon ab, als Abschluss noch einige Stunden am Strand Platja Es Arenals zu verbringen. Schließlich lautet der Ausflug ja „Ein kleines Paradies im Mittelmeer“. Beim Buchen vor ein paar Tagen sind wir allerdings von blauem Himmel und smaragdgrünem Wasser ausgegangen, aber für das Wetter kann man ja nichts.

Wir plantschten aber auch so ausgiebig im warmen Wasser und genossen die paar Stunden der Erholung an einem wirklich schönen Strand, an dem auch nicht viel los war.

Viel zu schnell verflog die Zeit und nachdem alle Reisenden aus der Gruppe fast pünktlich wieder am Treffpunkt versammelt waren, konnte die Fahrt zum Hafen in La Savina beginnen. Wir mussten dort rechtzeitig eintreffen, denn die Fähre zurück nach Ibiza wartete nicht.

War die Hinfahrt schon zäh, so war die Überfahrt zurück nach Ibiza noch einmal eine Stufe härter. Die Wellen in der Meerenge zwischen den beiden Inseln schienen höher zu sein als am Vormittag. Ich war jedenfalls sehr froh, als wir nach 30 Minuten den Hafen von Ibiza erreichten. Gut durchgeschüttelt verließ ich mit ein wenig wackeligen Knien und leichtem Übelgefühl die Fähre.
Würde ich den Ausflug noch einmal machen? Jein. 80 € pro Person ist schon nicht wenig. Wenn man es hart ausdrücken möchte, dann hat Formentera außer schönen Stränden nicht wirklich viel zu bieten. Vielleicht würde ich anders urteilen, wäre das Wetter besser und die Wellen niedriger gewesen.

Am Abend fand im Theater der Mein Schiff 2 die Crew-Show statt. Dass bei mehr als 1000 Frauen und Männern der Besatzung einige dabei sind, die besondere künstlerische Talente haben, liegt auf der Hand. So wurden einige Tanz- und Gesangseinlagen geboten, die von hoher Qualität waren.

Den emotionalen Höhepunkt des Abends war erreicht, als zahlreiche Crew-Mitglieder mit Flaggen auf der Bühne die Mein Schiff-Auslaufhymne „Große Freiheit“ sangen.
Nicht wenige Passagiere auf den Zuschauerrängen hatten feuchte Augen!

Ziel jeder Firma muss es sein, Ihre Kunden emotional möglichst eng und möglichst langfristig an sie zu binden. Denn ein emotional gebundener Kunde ist auch ein besonders loyaler Kunde. 
TUI Cruises macht es da schon sehr clever. Mit dieser Abschiedsshow am letzten Abend gehen die Kunden, also die Passagiere, mit einem sehr guten Gefühl am nächsten Tag von Bord.

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